Die Bengalen und ihre Vorfahren

Die Bengal Katzen haben einen unverkennbaren Charakter. Sie sind redselig, schmusig und lieben es auf Entdeckung zu gehen. Ihre Abenteuerlust kennt keine Grenzen, auch Nachts nicht. Das Ziel unserer Bengalkatzenzucht ist es, genetisch gesunde, wesensfeste, gut sozialisierte Bengalen mit kurzem Fell, starkem Kontrast, sehr viel Glitter, schönen typvollen Gesichtern und athletischen Körpern zu züchten. Dafür benötigt man umfassende genetische Kenntnisse, sowie einen sehr guten Blick für die Auswahl geeigneter Elterntiere. Wir züchten daher in selektiver Qualität, um die drei scheinbar einfachen Zuchtziele zu erreichen: schön, gesund und lieb sollen die Kitten sein. Wir scheuen daher weder Kosten noch Mühe, damit diese Kriterien erfüllt sind. Sie sind einfach tolle Katzen mit viel Power und noch mehr Herz. Man muss sie darauf gefasst machen das sie im Ursprung eine Kreuzung zwischen der Asiatischen Leoparden Katze und einer Hauskatze ist. Die wilde asiatische Bengalkatzen steht unter Artenschutz und benötigen einen Legalitätsnachweis. Die Einkreuzung einer Wildkatze bei der Zucht muss mindestens in der fünften Generation zurückliegen. Dies muss in einem Zuchtnachweis mit einem Stammbaum belegt werden können. Aus diesem Grund ist eine Bengalkatze ohne Stammbaum keine Bengal. Erst ab der fünften Generation gelten die Tiere als domestizierte Haustiere und sind für die Haltung im familiären Umfeld geeignet. Trotz allem behalten sie ihre Wildform und können Sprünge bis zu zwei Meter aus dem Stand mit Bravour meistern. Sie lieben die Jagd und lassen sich kaum von ihrem Vorhaben abbringen, wenn sie einmal in Fahrt sind.

Die Entstehung der Bengalen als Rassekatze, liegt in den USA, wo Mrs. Jean Sudgen Mill und auch einige andere Züchter mit den Kreuzungen begannen. Jean Mill kreuzte erfolgreich eine ALC (Asia Leopard Cat) mit einem Hauskater. Aus dieser Verpaarung behielt sie ein Mädchen, welches sie wiederum erfolgreich mit ihrem Vater kreuzte. Danach gab sie jedoch für einige Jahre ihr Zucht-Projekt auf. Als sie in den 70er Jahren wieder mit der Zucht begann, entstanden auch schon erste Probleme. Aus der "F1" ( Foundation 1 = 1. Generation nach der Wildkreuzung) sind alle Kater steril / unfruchtbar. Die 2. Generation, die F2, haben somit immer einen "Hauskater" als Vater heute meist domestizierte Bengalkater. Die erste Folgegenerationen, die aus Kreuzungen zwischen ALC´s und Bengalen hervorgehen, werden "Foundation Bengalen" genannt. Es gibt die F1, F2, F3 und die F4 / SBT.

F1 = 1. Folgegeneration

F2 = 2. Folgegeneration

F3 = 3. Folgegeneration

F4 = SBT ( studbook Tradition)

Bengalen ab der 4. Generation sind zu Ausstellungen zugelassen und werden als voll domestiziert angesehen.

Die Foundation Bengalen ( insbesondere F1 bis F3) haben noch recht viel von ihren wilden Vorfahren, da sie noch stärker ihren natürlichen Instinkten folgen. 

Die Bekanntheit der Bengalen nahm erst ab 1985 zu, als sie erstmalig auf einer TICA-Show (The international Cat Assoziation - USA) offiziell vor Publikum vorgestellt und als Rasse anerkannt wurde.


Der WCF Standard der Bengalen

Die mittelgroße bis große Katze ist muskulös, lang gestreckt und robust.
Die Beine sind mittellang, muskulös und kräftig. Die Pfoten sind groß und rund.
Der Schwanz ist mittellang und dick mit gerundeter Schwanzspitze.

Kopf

Massiver Kopf, etwas länger als breit, mit gerundeten Konturen und kräftiger, breiter Schnauzepartie.
Das Profil ist leicht gewölbt.
Der Hals ist kräftig und lang.

Ohren

Spitzen und Daumenabdruck (Wildfleck).

Augen

Die Augen sind groß und oval. Sie sind weit und leicht schräg gesetzt.
Bengal: Alle Farben sind erlaubt, außer blau und aquamarin.
Snow Bengal: Die Augenfarbe ist ein intensives, reines Blau.

Fell

Das Fell ist kurz und dicht, glänzend und seidig (pelzartig).

Farbvarianten

Es sind 2 Muster anerkannt:

  • getupft, Rosetten werden bevorzugt
  • marmoriert (marbled)

Die Bengal besitzt eine klare, kontrastreiche Zeichnung in Seal oder Braun auf einer golden-orangefarbenen Basisfarbe.
Die Snow Bengal ist eine Pointkatze. Die Points haben die gleiche Farbe wie bei der Bengal. Der Körper ist etwas heller,
besitzt aber im Gegensatz zu anderen Pointkatzen eine, den Points entsprechende, leichte Färbung und eine deutliche
Zeichnung. Die Katze wirkt auf Laien nicht wie eine Pointkatze.

Folgende Farben sind anerkannt:

Brown spotted tabby

Brown marbled tabby

Seal spotted lynx-point

Seal marbled lynx-point

Seal sepia spotted tabby

Seal sepia marbled tabby

Seal mink spotted tabby

Seal mink marbled tabby

 Die Beschreibung der Zeichnung ist der allgemeinen Farbliste zu entnehmen.

Fehler

  • längliche Tupfen, welche nach dem Mackerelmuster angeordnet sind
  • zu schwerer Körperbau

Disqualifikation

  • weiße Flecken

 

Das weite Farbspektrum der Bengal Katzen



Die braune Bengal Katze ist die bekannteste Farbvariante. Sie kann goldene aber auch grüne Augen haben.


Die weiße Bengal Katze hat immer ein helles Deckfell und leichte bis markante Farbtupfer. Ihre Augen sind stets intensiv blau. 


Die Silber Variante hat starke kontrastreiche Tupfen. Ihr Deckfell ist silber bis gräulich und sie hat goldene/ bernstein und grüne Augen 


Die Mink Bengal Katze hat ein Creme farbendes Fell mit ausdrucksstarken blau bis grün blauen Augen 


Die Melanistic ist eine sehr edle schwarze Katze mit fast unsichtbaren Rosetten. Sie ist die Königin unter den Bengalen und trägt ein sattes schwarz mit allen möglichen Augenfarben


Eine seltene und sehr edele Variante ist der blaue Typ. Sie trägt schimmerndes blaues Deckfell mit schwachen bis ausgeprägten Zeichnungen. Die Augenfarben variieren hier.


Die Charcoal trägt eine schwarze Maske mit eine Kontrast intensivem Fell die von allen Farbschlägen überdeckt sein kann.


Die cremfarbende Sepia ist eine sehr schöne harmonische Farbvariante mit intensiven bis verwaschenen Farben. 


Mögliche Erkrankungen und Genetik


Auf die Erkrankungen möchte ich nur kurz eingehen, meine Katzen und Kater sind alle getestet um das Risiko so gering wie möglich zu halten. Eine Früherkennung und genetische Untersuchung kann leider nicht immer eine hundert prozentige Garantie geben. Ein seriöser und geschulter Züchter legt viel Wert darauf nichts unversucht zu lassen um in allen Generationen, die Erkrankung einzudämmen und nach Möglichkeit zu eliminieren. 

Patella-Luxation (PL)

Die Kniescheibenluxation (Patella-Luxation) entsteht meist durch angeborene Fehlstellungen des Ober- und Unterschenkels. Diese Fehlstellungen führen dazu, dass die Kniescheibe nicht richtig in ihrer Position liegt. Deshalb kann es vorkommen daß die Kniescheibe "rausspringt".

Feline nasale Hyperkeratose 

Leider betrifft es viele Bengalen und die Ursachen sind noch unbekannt. Die Nase produziert zu viel Hornhaut was zu einer trockenen und krustigen Nase führt. Die Katzen beeinträchtigt die Nase nicht. Sie wird auch oft als "Bengal nose" bezeichnet. Es lässt sich mit fetthaltigen Salben im Griff halten und lindern. Es gibt noch keine Therapie der nasalen Hyperkeratose.

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

Die HCM unterscheidet man in einer genetisch bedingten (primäre HCM) oder erworben (sekundäre HCM) Kardiomyopathie. Eine Früherkennung durch reines Abhören beim Tierazt ist kaum möglich. Man sollte ein Herzultraschall durchführen, doch auch hier kann ein sehr frühes Stadium oder eine Veranlagung zur HCM nicht sicher ausgeschlossen werden. Gerade bei Zuchtkatzen oder bei bekannten HCM-Fällen in der Vorgeschichte ist es daher ratsam, vorbeugend regelmäßige Ultraschalluntersuchungen durchführen zu lassen.

Persistierende Pupillarmembran (PPM)

Diese Membran bildet sich nach der Geburt mit ca. zwei Wochen zurück, da sie nur im Embryonalstadium vorhanden ist. Eine PPM entsteht, wenn sich die Membran nicht wieder zurückbildet. Die Gefäße sind in diesem Fall im Auge noch sichtbar und führen zu einer Hornhauttrübung. Je nachdem, wie stark die Hornhaut getrübt ist kann es im schlimmsten Fall zu einer Erblindung führen. 

 

Progressive Retina Atrophie (PRA)

Bei der PRA wird mit einem voranschreitenden Prozess immer weiter die Netzhaut im Auge zerstört. Diese Degeneration führt am Ende zur Erblindung der Katze. Die PRA ist nicht heilbar und kann auch nicht aufgehalten werden. Die Tiere erleiden aber keine Schmerzen. 

Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)

Es bilden sich Zysten innerhalb des Nierengewebes. Diese drücken auf das umliegende Gewebe. Symptome der daraus entstehenden Schädigungen zeigen sich oft erst sehr spät, wenn die Nieren zu versagen beginnen. Die Zystenbildung beginnt meist schon beim Jungtier.

Pyruvatkinasedefizienz (PK)

Die PK ist ein Enzymmangel, der zu einer Instabilität der roten Blutkörperchen führt. Daraus resultiert eine Anämie. Eine Behandlung für PK gibt es nicht. Beide Zuchtkatzen sind bei mir genotyp frei. Hier noch eine kurze Erläuterung zum Erbgang und deren Bedeutung 

Autosomal rezessiver Erbgang

Für jedes Merkmal liegen im Genom zwei Kopien vor. Je eine Kopie erhält das Tier von seinem Vater und eine von seiner Mutter. Wird ein Merkmal autosomal-rezessiv vererbt bedeutet dies, dass ein Tier nur erkrankt, wenn es je ein betroffenes Gen von Vater und Mutter erhalten hat. Es müssen also sowohl Vater- als auch Muttertier das mutierte Gen tragen, selbst aber nicht unbedingt erkrankt sein.

Genotyp N/N (homozygot gesund): Dieses Tier trägt die Mutation nicht und hat ein extrem geringes Risiko an der Krankheit zu erkranken. Es kann die Mutation nicht an seine Nachkommen weitergeben.

Genotyp N/mut (heterozygoter Träger): Dieses Tier trägt eine Kopie des mutierten Gens. Es hat ein extrem geringes Risiko an der Krankheit zu erkranken, gibt die Mutation aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an seine Nachkommen weiter. Ein solches Tier sollte nur mit einem mutations-freien Tier verpaart werden.

Genotyp mut/mut (homozygot betroffen): Dieses Tier trägt zwei Kopien des mutierten Gens und hat ein extrem hohes Risiko an der Erbkrankheit zu erkranken. Es gibt die Mutation zu 100% an seine Nachkommen weiter und sollte nur mit mutations-freien Tieren verpaart werden.